Link-Löschung Antrag – wie geht google damit um?

Goggle Antrag Link-Löschung

Link-Löschung

Mit dem Urteil Link-Löschung beantragen zu können stand beretis seit Mai dieses Jahres fest, dass auf Google in nächster Zeit eine ganze Menge Arbeit zukommen würde. Der Spanier Costeja González zog schon vor mehreren Jahren gegen den Internetriesen vor Gericht.Er konnte über Google immer noch einen 15 Jahre alten Artikel über sich finden, in dem es um die Zwangsversteigerung seines Hauses ging. Dies hielten er und die Spanische Agentur für Datenschutz für eine Einschränkung der Persönlichkeitsrechte, da sie ihm lange auch beruflich schadeten, obwohl er mittlerweile schuldenfrei war.

EGH hat entschieden

Die Richter des Europäischen Gerichtshofes gaben der Privatperson nach einem jahrelangen Streit schließlich recht: Es dürfen auf Suchmaschinen keine personenbezogenen Suchergebnisse angezeigt werden, wenn dadurch die Rechte der Persönlichkeit verletzt oder eingeschränkt werden. Hierbei geht es jedoch nicht um eine Entfernung der Inhalte aus dem Netz, sondern nur darum, dass Google nicht auf diese verweisen darf.

Jetzt wurde ein Formular fertiggestellt, durch das der Nutzer einen Antrag bei dem Internetriesen stellen kann, Ergebnisse von Dingen aus der eigenen Vergangenheit zu entfernen. Dabei wird jeder Antrag individuell geprüft, bis jetzt sind bereits 90.000 Stück aus aller Welt eingegangen, darunter auch von Politikern, die negative Schlagzeilen über sich entfernen lassen wollten.

Kritik am Vorgehen der Link-Löschung

Datenschützer kritisierten Googles Vorgehen, denn der Konzern informierte bei den Anträgen auch die Urheber der Artikel darüber, dass die entsprechenden Links nun nicht mehr bei Google zu finden seien. Dies hatte in den vergangenen Wochen dafür gesorgt, dass viele Personen öffentlich genannt wurden, die einen Antrag auf Löschung gestellt hatten. Google verteidigte dies, weil somit verhindert werden solle, dass ungerechtfertigte Anträge gestellt werden. Der Internetriese ist sich sicher, hierfür keine rechtlichen Grundlagen zu benötigen.

Verwirrung bei Nutzern

Einen Antrag auf Link-Löschung kann man ganz einfach auf der Seite von Google ausdrucken und dem Konzern (inklusive eines Identitätsnachweises) per E-Mail, Fax oder auf dem Postweg zukommen lassen.
Es ist aber nach wie vor unklar, nach welchen Richtlinien sich der Konzern dazu bereit erklärt, ihre Ergebnisse zu löschen. Google weist auch wiederholt darauf hin, dass eine Entfernung der Links nicht dafür sorgt, dass die Artikel von den Seiten der Urheber entfernt werden. Nichtsdestotrotz ist die Nachfrage groß und der Internetriese wird in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich damit beschäftigt sein, Einzelfälle zu klären und ob diese – wie zum Beispiel ein Pädophiler, der Suchergebnisse im Zusammenhang mit seiner Straftat löschen wollte – einen berechtigten Anspruch auf die Entfernung von Links haben. Aber auch bei Artikeln über Politiker stellt sich die Frage, ab wann diese eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte darstellen. Nicht auszuschließen sind weitere Gerichtsverfahren gegen Google, wobei sich der Konzern im Zweifelsfall vermutlich für eine Link-Löschung entscheiden dürfte.